Indonesien
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Gili Air

seit 15.9.2010

Wir verließen vorerst Bali, machten uns auf den Weg nach Gili Islands und steuerten dafür zunächst die Insel Lombok an. Die Fahrt war dann Asien: für keine hundert Kilometer einen ganzen Tag, mit klapprigen Bussen, Fähre und Boot. Gefragt waren Geduld und Gelassenheit. Die Uhren ticken hier anders. Unsere typisch deutsche Mentalität (Struktur, Ordnung und Puenktlichkeit) stand uns total im Weg.

Die Siedlungen links und rechts der Straße zeigten ein ganz anderes Leben, ärmer. Beindruckend waren die Armaden von Mopedfahrern und -fahrerinnen, die sich an jeder Ampel zu einer Traube ballten, um bei grün loszufahren und wieder zu einer Linie zu werden. Ein Gerangel und Gehupe um den ersten Platz. Auch unser Autofahrer ignorierte jede rote Ampel und überholte mit lautem Gehupe, obwohl uns Autos und Mopeds bereits entgegen kamen. Es scheint keine Regeln zu geben, trotzdem achtet man wohl sehr darauf einander nicht umzubringen. Dieser Verkehr hat mehr von Fluss und Strömung verstanden als unser zu Hause. Ich wäre allerdings unfähig aktiv dran teilzuehmen. Die Straße auf Lombok führte auch durch Regenwald. Am Straßenrand saßen Makaken und futterten.

Am Ende des langen Tages trafen wir auf der kleinen Insel Gili Air (bei Lombok) ein. Hier gibt es keine Autos, nur ganz kleine bunt geschmückte Pferdekutschen und Fahrräder. In einer guten Stunde hat man die Insel aber auch zu Fuß umrundet. Ein kleines Pariedies, möchte man meinen. Unsere kleine Bambushütte steht 15 Meter vom Oststrand, wo wir jeden Morgen von der Sonne wach gekitzelt werden. Entlang der Ostküste gibt es einige Schnorchelgebiete und viele Bars. Die Riffe sind leider schon stark zerstört, obwohl Schnorcheln hier eine der Hauptattraktionen für Touristen ist. Ein paar Korallen leben aber noch. Und bunte Fische gibt es auch.

Kurz hinter dem Strand fädeln sich die Touristenunterkünfte. Auch hier gibt es alle Standards. Die meisten sind leer, manche wirken ausgestorben. Einige bessere scheinen Europäern oder Australiern zu gehören. Beinahe jede hat ihre Sunset- oder Sunrise-Bar. Die Zahl der Touristen wirkt jetzt harmonisch im Verhältnis zu der kleinen Insel, bei einem Leerstand der Bungalows von geschätzt 70%. Eine schreckliche Vorstellung: alle Betten voll. Wie sähe der Strand, wie die Wege auf der Insel aus.

Gestern eine kleine Erkundung ins Inselinnere. Unter Palmen die Kühe, die Hühner, Mango- und Papayabäme. Landwirtschaft. Trinkwasser muss auf die Insel gebracht werden, das Brunnenwasser ist salzig.
Gili Air ist islamisch, nicht hinduistisch wie Bali. Morgens vor Sonnenaufgang ruft der Muhesin. Junge Mädchen sieht man kaum, Schleier allerdings auch nicht. Bars und Cafés werden fast ausschließlich von jungen Männern betrieben. Überhaupt: Viele Junge, wenig Alte…

Die Tage sind kurz in den Tropen: etwa von 6 -18 Uhr ist es hell. Die Dämmerung dauert nur kurz. Wir baden, lesen viel, gehen etwas, liegen in der Hängematte, essen wenig, schlafen. Die Temperaturen bringen ein anderes Tempo, einen anderen Stoffwechsel. Einige Tage werden wir hier wohl noch das beginnende Faulsein genießen, dann weiter. Geplant ist Ubud auf Bali.

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