Kambodscha
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Kratie (15.-17. 12. 2010)

In Phnom Penh fließt der Tonle in den Mekong, den großen und berühmten Fluss Südostasiens. Von Phnom Penh fahren wir mit dem Bus nach Kratie. Kratie liegt am Mekong. Diesem Fluss werden wir in den nächsten Wochen – stromaufwärts – folgen. Unsere Zeit in Kambodscha geht zu Ende.

Wir waren sehr gerne hier. Wir sind begeistert von der Energie und dem Fleiß der Menschen hier. Ein wenig erschüttert wie wenig von dem ganzen Wohlstand, der hier jetzt entsteht den Khmer tatsächlich gehören wird. In Führung und Leitung haben wir entweder Westler oder – häufiger – Koreaner und Chinesen gesehen. Zum ersten Mal wird die Frage konkret für länger in diesem Land zu bleiben.

Die Fahrt nach Kratie dauert 7 Stunden und führt über die N7 durch den Osten Kambodschas. Maniok-, Gummi-, Obst- und Gemüseplantagen ziehen an uns vorbei. Diese rote Erde strahlt so viel Kraft und Wärme aus. Im Bus ist es wie so oft bitterkalt, Robert hat wieder seine Jacke vergessen und friert. In den Rastpausen ist es heißer als bisher aber die Luft ist noch trockener.

Gegen drei kommen wir in dem kleinen Ort am Mekong an. Unser Hotel liegt direkt am Fluss. Wir duschen kurz und fahren gleich mit dem Tuk-Tuk in das 15 km entfernte Kampie um die berühmten Mekongdelphine zu sehen. Eigentlich wollten wir das auslassen, um die stark vom Aussterben bedrohte Tierart nicht weiter zu belasten. In den letzten Jahren haben das Agrarministerium und zwei NGOs allerdings viel getan und es gibt hier keine ‚Jagd‘ auf die Tiere mehr. Wenn der Fluss genug Wasser hat schwimmen die Irrawaddy-Delphine zwischen den Tiefwasserpools im unteren Mekong hin und her. Bei Niedrigwasser – und das haben wir gerade – bleiben sie stationär in einem der Pools. Wir können sie also leicht beobachten. Leicht beobachten heißt allerdings nicht leicht fotografieren. Anders als die Meerwasserdelphine kommen die Irrawaddys nur ganz kurz und kaum mit dem ganzen Körper an die Oberfläche. Ganz schnell lassen wir also die Bilderjagd sein und lassen uns verzaubern: Eine kurze Bewegung an der Wasseroberfläche, ein Schnauben , ein warmes braunes Glänzen – schon sind sie wieder weg. Und wo das nächste Tier auftauchen wird, weiß man nicht. Unser ganzes Boot ist verzaubert. Etwas später fahren wir noch an einen Strand, über dem die Sonne gerade untergegangen ist und sehen Kindern und Delphinen beim abendlichen spielen zu.

An unserem zweiten Tag in Kratie fahren wir mit dem Rad auf die Mekong-Insel Ko Trong, gegenüber der Stadt. Die Fähre ist eher ein abenteuerliches Boot voll gepackt mit Menschen, die in ihre Dörfer auf der Insel zurückkehren. Einige hundert Meter müssen wir unsere Räder durch den Mekong-Sand schieben, bevor wir die Umrundung der Insel beginnen. Hier ist es absolut ländlich. Botschaften für die Bevölkerung werden als Bildtafel realisiert. Viele können nicht lesen. Und hier ist Naturschutzgebiet. Einige traditionelle Tätigkeiten sind nicht mehr erlaubt. Apropos traditionell. Gleich nach dem Losfahren begegnen wir einer Bäuerin. Sie steht auf einem Wagen und lässt aus einer Schale Reis langsam auf eine Plane am Boden gleiten. Der Wind trennt die Spreu vom Reis. Es ist schön, einfach und arm. Und es ist seltsam fremd. Andere Menschen in einer anderen Zeit.

Den Nachmittag verbringen wir mit einem Rundgang durch die Stadt. Es ist noch recht viel Französisches zu sehen. Das Zentrum ist klein mit einem Markt, der wachsen will. Bis zum Sonnenuntergang sitzen wir an einer Straßenecke und sehen dem Leben zu. Von außen – denn das ist unsere Perspektive – steckt viel Schönheit drin. Flüssige Bewegungen. Mit- und Durcheinander – aber immer im Fluss.

In der Nacht ist es kalt geworden. Als wir vor 7 Uhr am kommenden Morgen auf den Bus nach Laos warten, frieren wir. Es ist ein Minibus mit ‚Crazy Overtaking‘. Insgesamt sind wir 14 Menschen auf 9 Plätzen. Auf der Fahrerbank sitzen 5. Eine junge Frau links vom Fahrer, rechts neben ihm drei ältere Männer. Auch wir in der zweiten Reihe üben Schulterschluss. Nach gut zwei Stunden werden wir alle auf einer Straßenkreuzung mitten in der Ödnis abgeladen. Ein anderer Bus werde uns abholen und zur Grenze fahren. Und weg war der Minibus. Nach einer knappen halben Stunde kommt dann auch – die Knochen danken schön – ein komfortabler Reisebus und eine Stunde später stehen wir an der Grenze zu Laos.

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