Laos, Thailand
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Bangkok – Thailand

In Vientiane, der Hauptstadt von Laos, werden wir noch einmal in einen anderen Bus verladen, der uns die 20 km zur Brücke der Freundschaft bringt. Diese Brücke über den Mekong bildet die Grenze zwischen dem wenig entwickelten Laos und dem Wirtschaftsgiganten der Region: Thailand. Es ist schon dunkel, als wir die Grenze zu Fuß überqueren, um in einem thailändischen Luxusliner Platz zu nehmen. Von hier ab ist alles anders. Keine holprigen Nationalstraßen, sondern vierspurige Autobahnen. Überall Licht und bunte Reklametafeln, die westliche Konsumgüter anpreisen. Ich entspanne mich sofort, Zivilisation!, und schlafe ein.

Um sechs Uhr früh kommen wir an der Kaosan Road an. Ein Heimspiel, zweimal sind wir hier schon (gemeinsam mit Hella und Schnuffi) angekommen. Es ist überraschend trocken und nicht wirklich heiß. Alle Hotels sind voll, die Wartelisten bieten auch keinen sicheren Platz, doch schließlich haben wir Glück und können nach dem Frühstück ein kleines Zimmer beziehen.

Trotz der langen Fahrt haben wir aber noch einen Job zu erledigen: Wir müssen uns ein Myanmar Expressvisum besorgen, unser Flug am Montag ist schon gebucht. Wie immer ist der Weg über den Fluss am schnellsten. Obwohl die Botschaft erst um neun öffnet, steht nach acht schon eine lange Schlange an. Als die Türen öffnen bleib nichts mehr geordnet. Ich drängle kurz entschlossen mit, um an die Formulare zu kommen. Den kompletten beruflichen Werdegang gilt es neben sämtlichen persönlichen Daten anzugeben. Wie hieß denn noch die Urgroßmutter und was war ihr Beruf?

Alles geht glatt. Um 10 Uhr haben wir alles abgegeben und werden in die bunte Shoppingwelt Bangkoks entlassen. Wir lassen uns durch die gekühlten Center treiben, kaufen im Bodyshop sündhaft teures Deo nach und trinken endlich einen guten Latte Macchiato. Um 16 Uhr haben wir unsere Pässe mit den Visa wieder. Jetzt haben wir noch drei Tage, um den Luxus von Zivilisation in Bangkok zu genießen. Hier lasse ich mir eine neue Lesebrille machen. Die Wahl fällt auf einen etwas eigenartigen Optikerladen, der neben Brillen auch noch Uhren verkauft. Im Hinterzimmer werden mit altertümlichen Apparaten meine Augen ausgemessen. Rechtzeitig vor dem Abflug kann ich am Sonntagabend meine Brille abholen.

Neu für uns ist am folgenden Tag ein Besuch in Chinatown. Unglaublich voll und laut wird hier alles verkauft. In Massen Plastikartikel aller Art. Gefordert sind wir auf den Straßen. Verkehrssherrifs pfeifen laut und gestikulieren wild, um Autos und Motorräder für einen Moment eine Fußgängerfurt bilden zu lassen. Etwas Ruhe erhoffen wir uns in einem chinesischen Tempel. Weit gefehlt. Chinesische buddhistische Tempel sind ebenfalls bunt und busy. Der Kult wirkt auf uns wesentlich oberflächlicher gelebt, aber wie sollen wir das wirklich beurteilen. Fasziniert von Farben und Tinnef, halten wir vier Stunden durch in Chinatown, dann machen wir uns auf den Weg nach Hause. Auf dem Boot treffe ich Piotr Nathan aus Berlin. Kleine Welt. Wir sind schon so lange unterwegs, dass mir die Begegnung scheint wie eine Berührung mit einer weit entfernten Welt.

Die einzige Aufgabe, die uns in Bangkok noch beschäftigten wird, ist astreine funkelniegelnagelneue Dollarnoten zu besorgen. Dollars, und nur die wirklich lupenreinen, sind die Touristenwährung in Myanmar. Und Kreditkarten können wir in Myanmar nicht benutzen. Wir brauchen Bargeld für alle Tage und alle Eventualitäten.

In Bangkok treffen wir Julia wieder. Sie hat zwei Wochen in Chang Mai verbracht und fliegt zwei Tage vor uns nach Yangon. In Myanmar wollen wir zusammen an den Strand. In Bangkok bessert sich auch meine Laune. Was eine gut funktionierende Verdauung und eine sich stabilisierende Gesundheit doch an Lebensgefühl bedeuten.

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