Aufbruch, Indien
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Fort Cochin

10-12.2. 2011

Tippe und Wolf holen uns vom Flughafen ab. Das ist toll, fern der Heimat von strahlenden Freunden begrüßt zu werden. Und dazu ein Empfang wie wir ihn in Indien besser nicht haben könnten: Feiner Ambassador mit Fahrer am Flughafen, unser Zimmer ist bereits reserviert, und wir können unsere erste Schritte auf erkundeten Pfaden tun. Das Abendlicht taucht alles in warme Farben. Besonders gefallen mir die reich geschmückten Lastwagen. Eine Stunde werden wir durch den hektischen Verkehr von Ernakulum bis Fort Cochin gefahren. In diesem vergleichsweise kleinen Ort portugiesisch-niederländischer Vorgeschichte am arabischen Meer finden sich die besten Unterkünfte und die meisten Sehenswürdigkeiten. Wie in Kuala Lumpur ist es hier tropisch feucht heiss. Wir hatten es befürchtet. Zuletzt hatten wir solches Wetter im Süden Kambodschas im November. Ungewohnt. Wir wohnen in einem einfachen aber sehr sauberen Homestay und es hat eine Klimaanlage. Dafür sind wir jetzt dankbar. Zum Abendessen gehen wir in ein etwas besseres Hotel – auch ein alter Bau – und essen zum ersten Mal indisch. Kerala ist christlich. Es gibt nur wenige Hindus. In Keralas Küche gibt es daher viel Fleisch und hier am Wasser auch sehr viel Fisch. Sogar die heilige Kuh landet als Beef und Gulasch in den Töpfen. Unglaublich Lecker. Für mich eine Befreiung, es gibt wirklich einiges auf der Karte, auf das ich Appetit habe. Dieses Gefühl habe ich lange vermisst. Ich bleibe trotzdem vegetarisch, will nichts riskieren.

Wir frühstücken bei John, dem Inhaber einer privaten Unterkunft, bei dem Tippe und Wolf vorher gewohnt haben. Es gibt eine besondere Art Pancake, gefüllt mit Kokos, Zucker und Bananenstückchen. Danach machen die beiden mit uns einen Rundgang durch die Stadt. Schnell sind wir am Wasser und ebenso schnell haben wir Kontakt zu einer Schulklasse. Um die 13 wollen Mädchen und Jungs zeigen, wie gut sie englisch können. Die Jungs interessieren sich allerdings überwiegend für unser Geld. Wir laufen weiter, sehen einem Fotoshooting zu und dabei fällt uns auf wie die Männer in Indien sich von den Süd-Ost-Asiaten unterscheiden, mit denen wir es in den letzten 5 Monaten zu tun hatten. Keine feinen Züge, groß, kräftig, grob und in sehr vielen Fällen auch dick. Auch die Frauen werden hier dick, haben aber oft feine Züge und ganz anders als die Männer wunderschöne Kleidung. Was Aussehen und Verhalten der Geschlechter betrifft sind wir unserem zu Hause also ein Stück näher gekommen. Bis auf eines: Auch hier gehen Männer Hand in Hand oder mit Arm auf der Schulter, wenn sie befreundet sind. Ein Paar aus Mann und Frau wird man hier nie so sehen. Dafür ist Indien viel zu konservativ. Wir sind also noch in Asien. Ich entspanne mich zusehens. Reisen ist gerade überhaupt nicht anstrengend und ich kann mich öffnen für die Schönheit, das Licht und die wunderbaren Farben. Robert begeistert sich für riesige Baume, die wie gigantische Schirme Schatten spenden. Sie stehen hier überall wo Platz ist. Ihre Größe hat scheinbar kein Verhältnis zum menschlichen Körper. Ihre Kronen bilden eine einheitlich harmonisch runde Form, was ihre Schönheit verstärkt und sie wie riesige, alte Wesen wirken lässt.

Gegen Mittag ist es ziemlich heiß und wir haben Fort Cochin tatsächlich in einer Stunde gemütlich umrundet. Zum Ausruhen setzen wir uns ins Kashi Art-Café, trinken im Schatten Kaffee und essen Kuchen. Ganz für Touristen gemacht. Wir genießen erst einmal die Bequemlichkeit.

Zu Abendessen sind wir wieder bei John. Koch Wolf hat mit Koch John das Menü ausgeheckt und was soll ich sagen, gegen die private Küche kommt kein Restaurant an,

Bilder von Fort Cochin gibts erst im 2ten Teil, seid gespannt!

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